heilung und frieden
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Die Tradition der Zoroastrier

 

Unser Interesse an den Zoroastriern (oder Parsen) kommt vor allem daher, dass es einige „Dances of Universal Peace“ gibt, die uns mit wesentlichen Klängen und Gebeten dieser Tradition verbinden. In den Universellen Gottesdiensten (Friedensfeiern der Welttraditionen), wie sie in der Nachfolge des Sufi Hazrat Inayat Khan gefeiert werden, ist dieser Tradition eine Kerze und ein Gebet, bzw. eine Übung gewidmet.

 

Zarathustra, Begründer der zoroastrischen Religion/ Philosophie hat wahrscheinlich zwischen 1000 und 600 v. Chr. gelebt, (es gibt auch die Angabe des Zeitraums zwischen 1700 und 1400 v.Chr.); den genauen Ort seines Lebens und Wirkens im alten Persien weiß man nicht. Der ursprüngliche Name „Sartoscht“ („Zoroaster“ ist die griechische Bezeichnung) könnte übersetzt werden: „Besitzer des goldenen Kamels“ oder „Einer, der ein leuchtendes Gesicht hat“. Sicher ist, dass er in die Zeit des Mithra-Kultes, für den die Sonnenverehrung, Götzenkult, aber auch Opferrituale bis hin zum Blutopfer kennzeichnend waren, hineingeboren wurde. Diesen lehnte Zarathustra ebenso ab wie die griechischen Opfer- und Götterkulte. Aus der Gatha, dem einzigen Schriftwerk, das sicher als von Zarathustra selbst stammend gilt, geht hervor, dass er vor den Mithra-Priestern aus seinem Geburtsort (vermutlich nahe Teheran) fliehen musste. Er starb über 70jährig eines gewaltsamen Todes.

 

Die Philosophie/ Religion Zarathustras hat die grundlegenden Morallehren
der monotheistischen Religionen des Nahen Ostens (Judentum, Christentum, Islam) stark geprägt, auch wenn dies heute nur wenige wissen.
Die einfachen Grundsätze:

  • Gut denken
  • Gut reden
  • Gut handeln, auch genannt: „weises Denken, weises Reden, weises Wirken“


werden als maßgeblich für den Reifungsprozess des menschlichen Geistes betrachtet. Die Zoroastrier selbst würden es als ein Missverständnis betrachten, würde man ihre Philosophie als simplen Kampf zwischen „gut“ (Ahura Mazda) und „böse“ (Ahriman) auffassen. Zarathustra hat vielmehr –was für seine Zeit sehr ungewöhnlich war -  die Verantwortung für den eigenen Fortschritt, die Hinwendung zum Guten und ein erfülltes Leben anstelle von Opfergaben und Abhängigkeit von einer herrschenden, auch politisch mächtigen Priesterschaft als wesentlich erachtet.
Für Ahura Mazda (Ahura: Schöpfer, Geber von Leben/maskulin; Mazda: Weisheit/ feminin) gab es im alten Persien das Symbol des Lichtes oder der Feuers. Irrtümlich wurden und werden die Zoroastrier deshalb oft als Feueranbeter betrachtet.

Ahura Mazda gilt als Inbegriff von glücksverheißend und gütig; er bildet einen Gegensatz zum Bild des zürnenden Gottes dieser Zeit entgegen, der durch Opfergaben beschwichtigt werden musste.


Die Gleichberechtigung von Frau und Mann war im großpersischen Reich in solchem Ausmaß verwirklicht, dass Frauen auch hohe Staatsämter innehaben konnten. Sie waren besitzend, sie konnten ebensolche Karrieren haben wie Männer und waren diesen juristisch völlig gleichgestellt. Sklavenhaltung war verpönt, auch dies trug vermutlich zur politischen Verfolgung Zarathustra` s bei. Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Verzicht auf missionarische Tätigkeit sind und waren kennzeichnend für seine Haltung.

Einige wichtige ethische Richtlinien und Lebensgrundsätze Zarathustras sind
 

  • Die Achtung vor der Entscheidungsfreiheit und Selbstverantwortung des/ der Einzelnen
  • Absolute Ehrlichkeit
  • Die Freiheit, sich für „gut“ oder „böse“ zu entscheiden
  • Die Absicht, der Welt/ den Mitmenschen nützlich zu sein und zu ihrem Glück beizutragen
  • Die Aufgabe, die Schöpfung zu schützen und zu pflegen. Dazu gehört die Reinhaltung von Wasser, Erde, Luft und Feuer, die Pflege von Nutztieren und Nutzpflanzen, in der Gegenwart auch die Arbeit an einer ökologischen Landwirtschaft und die Ablehnung einer missbräuchlichen, ausbeuterischen Industrialisierung, welche die Entstehung giftiger Abfallstoffe hinnimmt.

 

Beim Sieg Alexanders, die mit der Brandstiftung an der Persepolis einherging, wurde ein erheblicher Teil der wissenschaftlichen und philosophischen Schriften des alten Persiens vernichtet oder, wie von manchen Anhängern vermutet wird, ins Griechische übersetzt und adaptiert. Die Unterwerfung Persiens durch die Araber brachte ein jahrhundertelanges Verbot der persischen Sprache und somit eine Entwurzelung und Entfremdung auch von den Weisheitslehren des alten Persien mit sich. 

Die Nachkommen der Zoroastrier, auch Parsen genannt, die die jahrhundertelange Verfolgung und Vertreibung überlebt haben, leben heute vorwiegend in Indien. Es gibt gegenwärtig noch etwa 125000 Parsen auf der Welt.

 

Hazrat Inayat Khan, der indische Sufi – Meister, der schon im frühen 20. Jahrhundert die Lehre von der Einheit aller religiösen Ideale verbreitete und die Gemeinsamkeiten zwischen den Weisheitslehren betonte, verweist bei Zarathustra vor allem auf die Bedeutung der Natur: „Zarathustras Verbindung zur Natur steht am Anfang seiner geistigen Vollendung. Er bewunderte, liebte und verehrte die Natur in ihrer Erhabenheit. Überall in der Natur erblickte er ihre verborgene Weisheit. So lernte er das Wesen des Schöpfers kennen.(...) Die zoroastrischen Gläubigen verrichten ihre Gebete auch im Anblick eines vorbeiströmenden Flusses oder in anderen Bereichen der Natur, die zu uns von der Anwesenheit Gottes im Inneren sprechen, sofern wir in der Lage sind, zu hören.“

„Zarathustra sagt: ‘Betrachtet die Sonne, wenn ihr betet, den Mond, wenn ihr betet, das Feuer, wenn ihr betet.‘ Die Menschen nannten sie (die Zoroastrier) deshalb Sonnenanbeter, Feueranbeter, während diese Anbetung (...) lediglich ein Weg war, die menschliche Aufmerksamkeit auf all die Zeugnisse Gottes zu lenken, die Seine Natur zum Ausdruck bringen.“

 

Einer der Söhne von Hazrat Inayat Khan, Pir Vilayat Inayat Khan, sagt einige Jahrzehnte später in einem Vortrag: „Sehr wenig ist bekannt über den Zoroastrianismus, aber was man weiß, entzündet einen und jubelt dem Herzen zu, weil es einer Vision des Universums entspringt, die nicht eingeebnet oder abgeflacht ist wie diejenige, die wir in unserer modernen Weltsicht hegen. Wir beginnen in diesem Neuen Zeitalter (...) zu erkennen, dass das magische Wort ‘Ökologie‘ ist. Ökologie bezieht die lebendige Natur all derjenigen Dinge mit ein, die wir gewohnt waren, auf ihren physischen Aspekt zu reduzieren, wie z.B. die Erde, das Wasser, die Luft (...). Es bedeutet, alles als ein lebendes Wesen zu erfahren.“

 

Murshid Samuel L. Lewis, Sufi-Schüler von Hazrat Inayat Khan und Begründer der Friedenstänze, kommentiert die tiefe Einstimmung Zarathustras auf die ‘Kommunion mit der Natur‘: „Wenn einer mit Zarathustra durch die Felder und Wälder gehen könnte, durch die Gärten und an den Flüssen entlang und mit ihm sprechen, sich mit ihm verbinden würde, er wäre nach einer Weile gesegnet mit dem Geist, der uns befähigt, die Erhabenheit der Natur wahrzunehmen und mit allen Dingen zu kommunizieren, von den Pflanzen bis zu den Sternen.“

 

Verwendete Quellen, Texte und Dokumente

 

Mohammed Yahid Johannes Barney: Ein Überblick über den Zoroastrismus / in: Tänze des Universellen Friedens  - Handbuch der Grundlegenden Tänze und Gänge / 2004

Ebenso aus dem Handbuch: Zitate aus Tanzbeschreibungen/ Tanzeinstimmungen

 

Dastur Khurshed S. Dabu: Zarathusthra and His Teachings(Bombay 1966)

 

Christine Heiß: „Die Religion Zarathustras“ in: Die religiöse Erziehung der Kinder im Glauben an den Einen Gott und die Einheit aller Religionen, Dossenheim 1997 (unveröffentlichtes Skript)


Atum O`Kane (Hrsg.): The School of the Universal Worship; deutschsprachige Fassung (unveröffentlichtes Skript)

 

Hazrat Inayat Khan: Die Einheit der religiösen Ideale/ East-West Publications


A. Madjderey: Sarathustra und seine Lehre, publiziert unter www.sartoscht.de/lehre


Dr. Bahram Varza: Zarathustra, publiziert unter  www.zoroaster.net  

 

 

Copyright: Jamila Pape, 2005/ 2015

 

 

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